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07.07.17

"Nix anfassen!"


Kategorie: Allgemein
Erstellt von: Jens Wegener

Ende Juli sollte der Bundesrat eine Änderung der Straßenverkehrsordnung beschließen, nach der nicht nur das Aufheben und Halten von Mobiltelefonen sondern zukünftig aller elektronischer Geräte der Kommunikation, Information und Organsiation durch Fahrerinnen und Fahrer während der Fahrt nicht mehr erlaubt gewesen wäre. Weiterhin hätte man sich zukünftig durch die Bedienung der Geräte, also auch ohne Aufheben und Halten (u.a. in Klemmhalterung), nicht länger als eine Sekunde vom Verkehrsgeschehen ablenken lassen dürfen.

Hintergrund ist die hohe Zahl der Unfälle und Unfallopfer, die von durch die Benutzung der Geräte abgelenkter Fahrerinnen und Fahrer verursacht wird. Die Aktion "Kopf hoch - das Handy kann warten" von n-joy (NDR) stellt z.B. fest, dass "Wer am Steuer eine Nachricht tippt, fährt, als ob er 1,1 Promille intus hat".

Die Änderung hätte sicherlich auch dazu geführt, dass die Automobilhersteller mehr Energie in innovative Lösungen (Multi-Gerät-Fähigkeiten, Spracherkennung/-steuerung etc.) zur Integration der Kommunikation, Information und Organisation in ihre Fahrzeuge hätten stecken müssen.

Es gibt also gute Gründe für diese Änderung!

Von dieser Änderung wären aber auch alle Funkanwender (BOS, CB-Funk, Taxen etc.) und der Amateurfunkdienst betroffen gewesen, da auch das übliche Handmikrofon nicht hätte aufgenommen und gehalten werden dürfen. Bei der drohenden kurzfristigen Umsetzung wäre das eine Herausforderung zur Entwicklung und zum Bau von Freisprecheinrichtungen geworden. Zum Glück dürfen wir Funkamateure als (Amateur-)Funkfachkräfte derartige Änderungen an unseren Geräten selber durchführen - die o.g. Funkanwender hätten vor technischen Problemen und hohen Kosten gestanden.

Die Bundesregierung hat die Änderung am 05. Juli 2017 zurückgezogen.

Die akaFunk wird sich aber trotzdem an einem unserer Praxismittwoche Gedanken machen, wie wir unsere Funkgeräte in unsere Fahrzeuge besser integrieren können ... und dann so etwas auch bauen.